
hdzimmermann auf Flickr
Google hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, als Google Fiber gestartet ist. In zwei US-Amerikanischen Städten hat Google sich unter die Internetanbieter gemischt. Dabei wird das Unternehmen den Kunden eine sehr schnelle Internetanbindung mit 1Gbit/s anbieten. In Deutschland zieht Kabel BW jetzt mit 10 Gbit/s nach.
In Deutschland haben wir eine sehr zweigeteilte Situation, wenn es um die Surfgeschwindigkeit angeht. Während in den Großstädten eine schnelle Internetverbindung verfügbar ist, sieht es auf dem Land immer noch katastrophal aus. Deutschland sieht sich als eines der einflussreichsten Länder, wenn es um Hightech geht. Das mag auch stimmen, doch wir verkaufen unser Erzeugnisse und Technologien lieber ins Ausland, anstatt es auch hier bei uns zu nutzen. Doch das ist ziemlich schwer, da die Deutschen den neuen Technologien insbesondere dem Internet noch immer sehr kritisch gegenüberstehen. Wer im Bekanntenkreis erzählt, dass man im Internet sein Geld verdient, weckt gleich den Gedanken von Pornoseiten. Das aber im Internet ein riesiges Potential steckt, um dort beispielsweise als freier Journalist oder mit einem Online-Shop sein Geld zu erarbeiten, wird kaum gesehen. Wir manövrieren uns zunehmend ins Abseits, wenn es um das Internet geht. Die großen Vorreiter USA und Asien surfen auch in vielen ländlichen Gebieten bereits mit schnellen Zugängen, während die Landbevölkerung hierzulande froh ist, wenn man überhaupt ein YouTube Video mit nur wenigen Ladepausen ansehen kann.
Immer wieder gab und gibt es Bemühungen auch im ländlichen Raum die Menschen mit einem schnelleren Anschluss zu versorgen. Doch so wirklich klappt das nicht und auf absehbare Zeit wird sich auch flächendeckend nicht viel ändern. Sicherlich, es gibt bereits in einigen Gebieten LTE. Doch die Drosselung ab ca. 5 GB Datenverbrauch ist auch keine Lösung, sondern erscheint mehr Gängelung als eine sinnvolle Alternative.
Kabel BW[1][via 2] hat nun die Gemeinde Tuningen als Modellprojekt mit einer Glasfaseranbindung ausgestattet. Dadurch ist es möglich, die 900 Einwohner mit einer Kapazität von bis zu 10 Gbit zu versorgen. Das ist eine enorme Geschwindigkeit, die hier möglich ist. Dabei hat die Gemeinde einen Teil finanziert, sowie Gelder vom Bundeswirtschaftsministerium erhalten. Kabel BW übernahm ebenfalls einen Teil der Kosten. Interessant ist, dass auch die Bürger aus Tuningen das Projekt finanziell unterstütz haben in Form von Einlagen durch eine Bürgerbeteiligungsgesellschaft.
Die Gemeinde, Bürger und Kabel BW haben bei diesem Modellprojekt gezeigt, wie es gehen könnte und senden hoffentlich ein Signal an andere Gemeinden, über individuelle Lösungen nachzudenken. Es wäre wünschenswert, wenn sich in absehbarer Zeit einiges bewegen würde. Die Zeit rennt und Deutschland muss entsprechend der Wichtigkeit des Internets handeln. Nur leider bezweifele ich, dass sich da viel tun wird. Eher befürchte ich, dass sich besonders die ländlichen Gebiete auch in den nächsten Jahren nicht über schnellere Zugänge zum Internet freuen können, sondern viel mehr auf dem gleichen Stand wie heute bleiben werden.
Quellen und Verweise
Nachfolgend findet ihr alle für den Artikel relevanten Quellen und sonstige Verweise, Bildquellen und thematisch zum Artikel passende Verweise zu anderen Artikeln und Seiten.
Quellen und Verweise
- [1] 06.08.2012 – Artikel “Dorf mit 900 Einwohnern bekommt 10GBit/s Glasfaseranbindung” auf Newgadgets
- [2] 27.07.2012 – Pressemitteilung “Gemeinde Tuningen und Kabel BW realisieren gemeinsam zwei Modellprojekte” auf Kabel BW
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