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Merkwürdige Wake-Up-Aktion vor Apple-Store in Sydney / Samsung und Greenpeace werden beschuldigt

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Wake Up Demonstranten vor Apple Store in Sydney

Wake Up Demonstranten vor Apple Store in Sydney

Seit kurzem geht ein „Wake Up“ (Wach auf) durchs Netz. Tech-Blogs und Newsseiten berichten über eine merkwürdige Aktion vor einem Apple-Store in Sydney Australien. Eine unbekannte Gruppe demonstriert mit gleichnamigen Schildern minutenlang vor dem Apple-Store und keiner weiß et was genaueres. Zwei mögliche Verantwortliche sind bereits gefunden: Samsung oder Greenpeace.

Mit einer Guerilla-Aktion hielt ein schwarzer Bus vorm Apple-Store in Sydney und schwarz gekleidete Demonstranten stiegen mit schwarzen Schildern aus, die die Aufschrift „Wake up“ (Wach auf) trugen. Lautstark und mit Megafon ausgerüstet schrie der Mobb immer wieder „Wake up, wake up“.

Nur zufällig da gewesen?

Der australische Blogger Blunty[1] war zufällig vor dem Apple Store und filmte die gesamte Aktion. Bevor es so richtig los ging, filmte Blunty seinen letzten Kauf im Apple-Store, als es auch schon los ging. Da ich so gar nicht an Zufälle glaube, finde ich das bereits auffällig, dass ausgerechnet ein Blogger vor einem Laden steht (mieses, regnerisches Wetter) und einen eher trivialen Gegenstand filmt, den man kurz vorher gekauft hatte, um dann rein zufällig an der idealen Stelle steht, wenn so eine Aktion startet.

Countdown

Bei der Recherche findet man ziemlich leicht eine seit dem 15.04. online gestellte australische Seite[2] und einen Countdown anzeigt. Weitere Informationen lassen sich auf der Seite nicht finden. Eine Domain-Abfrage ergibt, dass die Firma „New Dialogue Pty Limited“ ihren Sitze in Sydney hat und die Domain registriert hat. Es ist also keine Seite, die von Samsung stammt. Zumindest nicht direkt[3]. Allerdings gibt es ein PDF online, in dem eine Umfirmierung in „Tongue Pty Limited“ erwähnt wird. Und das bereits am 30.07.2011[4]. Die Firma hat bereits Werbung für „Kellogs“, „The Weather Channel“, „Vodafone“ und „Tomb Raider“ gemacht[5].

Könnte es Greenpeace gewesen sein?

Wake Up Demonstranten vor Apple Store in Sydney

Wake Up Demonstranten vor Apple Store in Sydney

An einigen Stellen wird Greenpeace oder Samsung vermutet[6][7]. So äußern sich auch einige Leser dazu und schreiben in ihren Leserkommentaren ihre Vermutung, dass Greenpeace hinter dieser Aktion stecken könnte. Grund zu dieser Annahme ist die Behauptung von Greenpeace, dass Apple bevorzugt Strom aus Kohle nutzen würde und somit eine schmutzige Cloud habe. Greenpeace hat einen Bericht mit dem Namen „How Clean is Your Cloud?“[8] herausgebracht.Danach steht Apple mit einem Kohle- und Atomstromanteil von insgesamt 82,9% des Gesamtstrombedarfs für die Cloudserver ziemlich schlecht dar. Apple hat den Vorwurf bereits zurückgewiesen. Ich glaube nicht, dass Greenpeace auch nur im entferntesten etwas mit der Wake Up Aktion zu tun hatte. Es würde auch dem Vorgehen von Greenpeace widersprechen. Die Umweltschützer legen ihre Aktionen eher größer an und besonders werden Aktionen immer sehr medienwirksam aufgezogen, um eine möglichst breite Masse an Zuschauern zu haben, um auf Missstände hinzuweisen. Wahrscheinlichkeit, das Greenpeace etwas mit der Aktion in Sydney zu tun hatte: 0%

Ist Samsung der Drahtzieher?

Wake Up Demonstranten vor Apple Store in Sydney

Wake Up Demonstranten vor Apple Store in Sydney

Bei Greenpeace können wir eigentlich genau sagen, das die Umweltschützer nichts mit der Wake Up Aktion am Hut haben. Einige Blogger und Techseiten wie Engadget gehen davon aus, das Samsung der Drahtzieher bzw. Hauptverantwortliche ist[9]. Allerdings kann Engadget nicht einmal eine Quelle nennen, die diesen Vorwurf stützen könnte. Ebenso fehlt bei androidpit eine gewisse Neutralität zu diesem Thema[10]. Auch hier bleiben Quellen aus. Androidandme hingegen berichtet auch über eine Aussage von Samsung Australien, in der betont wird, dass Samsung nichts mit dieser Aktion zu hat[11].

Wenn der Countdown auf der Wake Up Webseite[2] abgelaufen ist, werden wir mehr erfahren und vielleicht auch die Verantwortlichen dann kennen. So lang nichts bewiesen ist sollte aber auch in diesem Fall „in dubio pro reo“ gelten. Im Zweifel also für den Angeklagten. Dem sollte man vorerst folgen, so lange keine weiteren glaubhaften Informationen auftauchen, die einen Verantwortlichen für diese Aktion benennen. Eilige Schlüsse zu ziehen, nur um möglichst schnell einen Verantwortlichen zu finden, hilft niemanden.

Aber eins haben „die Macher“ geschafft: weltweite Aufmerksamkeit bei Bloggern und Newsseiten. Das auch für einen recht gmuten Preis. Einen schwarzen Bus zu mieten, ein paar Buchstaben drauf zu kleben und ein paar Leute zu engagieren, die für ein paar Minuten Schilder hoch halten kostet nicht viel und schafft (wie wir ja sehen) sehr viel Aufmerksamkeit.

Quellen und Verweise

Autor: Jens Lehmann

Hallo, ich bin Jens und der Gründer des Freizeichens und betreibe das Blog bereits seit 2010. Ich habe eine Ausbildung zum Bürokaufmann abgeschlossen und seit 2009 bin ich Student der technischen Redaktion und seit 2011 des Informationsmanagement an der Hochschule Hannover. Ihr könnt mich auch bei Twitter, Google+ und Facebook finden.

2 Kommentare

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  2. Pingback: Vor einem Jahr: BlackBerry startete Guerilla-Aktion vor Apple Store in Australien | FREIZEICHEN

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