
Intel Studybook
Schulen und Universitäten sind ein riesiger Markt, in den es flächendeckend bisher noch kein Unternehmen richtig Fuß gefasst hat. Zumindest hat es noch keiner geschafft, ein Gerät für alle (Schüler, Lehrer und Studenten) an die Hand zu geben, mit dem man den Alltag besser und schneller meistern kann.
Intel möchte jeden Schüler und Studenten mit dem Studybook, ein 7‘‘ Tablet ausstatten und soll als Ergänzung zum Classmate PC dienen, mit dem bereits über 7 Millionen Schüler arbeiten.
Mit dem Studybook hat Intel jetzt ein Referenzmodell vorgestellt, das neben Lernsoftware der Inte LS auch einige Standard einführen soll. So schützt das Innenleben ein Vollplastikgehäuse, das nach IP41 [1] sowohl staub- als auch wasserbeständig sein soll. Das Studybook soll auch Stürze aus einer Höhe von bis zu 70 cm Höhe ohne Schäden überstehen.
Eckdaten
Wahlweise gibt es das Intel Studybook mit Windows 7 oder Android 3.0. Auf einem 7‘‘ Display mit der Auflösung 1024 x 600 Pixel wird es bei der Windows 7 ganz sicherlich weniger Spaß machen, die kleinen Schaltflächen zu treffen. Das Studybook hat die Ausmaße von 207 x 135 x 16,5 mm und wiegt dabei 525 Gramm. Weiter ist ein Atom Z650 Prozessor mit 1 GB verbaut. Hinzu kommen noch 4 – 32 GB internen Flashspeicher, sowie W-LAN, ein Lautsprecher, USB-Anschluss, MicroSD-Kartenslot, mini-HDMI-Ausgang, Kopfhörerausgang und ein Beschleunigungssensor hinzu. Der Preis für das Studybook soll unterhalb von 200 US-Dollar bleiben. 5,5 Stunden soll das Studybook durchhalten, wenn das W-LAN nicht aktiviert wurde und auch die Kamera aus bleibt.
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Ein reines Tablet halte ich derzeit für nicht wirklich nützlich im Einsatz in Schulen und Universitäten. Ohne Tastatur ist das schnelle mitschreiben (besonders in der Uni), bzw. notieren von Informationen kaum bis gar nicht möglich. Asus hat gezeigt, wie genial ein Tablet mit einer ansteckbaren Tastatur ist, um das Gerät innerhalb von Sekunden in ein vollwertiges Netbook verwandeln zu können.
Das Intel Studybook ist einfach nur ein klobiger E-Book-Reader mit farbigen Touchdisplay und einigen Erweiterungen, mehr nicht. Um wirklich produktiv arbeiten zu können, ist ein Keydock á la Asus Transformer Pad (Prime) notwendig, was allerdings die Kosten auch wieder nach oben treiben würde.
Eine weitere Schwachstelle sehe ich in dem Akku, bzw. in dessen Leistung. 5,5 Stunden bei ausgeschaltetem W-LAN erachte ich als nicht ausreichend. Wer in einer Ganztagsschule ist, wird ohne Nachladen nicht über den Tag kommen. Bei Studenten sieht es ähnlich aus. Vorlesungstage von 8 oder mehr Stunden sind ebenfalls keine Seltenheit. Verfügbare Steckdosen sind auch nicht großzügig in Vorlesungssälen vorhanden.
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Ca. 8,7 Millionen Schüler an allgemeinbildenden Schulen haben wir im Schuljahr 2011/2012 in Deutschland gehabt [2]. Die Studybooks sind derzeit allerdings nicht in Deutschland und einigen weiteren europäischen Ländern nicht verfügbar.
Deutschland ist noch lange nicht so weit

Intel Studybook
Das passt. Ist Deutschland zwar ein Top-Land, wenn es um unser Ingenieurswesen geht und die besten Maschinen und Entwicklungen vorweisen kann, so rückwärtsgewandt sind wir beim E-Learning und digitalen Inhalten. So schnell wird sich meiner Meinung nach auch nichts ändern und Schüler, sowie Studenten und Lehrer werden noch Jahre mit kiloschweren Büchern, Stift und Papier lernen. Das Schritthalten mit Technik bleibt somit auch noch die nächsten Jahre Privatsache, die sich nicht alle 8,7 Millionen Schüler leisten können.
Bildung ist Ländersache. Zumindest bei uns in Deutschland. Dadurch wird auch eine Entscheidung zum Einsatz von Tablets und auch deren Finanzierung (komplett privat, subventioniert durch das Land, oder voll finanziert) von den Ländern geregelt. Die finanziell besser gestellten Bundesländer wie Baden-Württemberg und Bayern haben da einen enormen Vorteil gegenüber den Ländern Berlin, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Hier ist auch zu überlegen, wie Kinder aus einkommensschwachen Haushalten die Kosten für ein solches oder ähnliches Tablet tragen sollen. Am Wollen liegt es sicherlich nur bei wenigen. Dazu habe ich einmal das Niedersächsische Kultusministerium angeschrieben und zu dieser Thematik einige Fragen gestellt. Ich bin gespannt, ob und wann eine Antwort kommt.
Quellen und Verweise
- [1] IP41
- [2] Zahlen vom Stastischen Bundesamt
- Bildquelle: Intel
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