
NiCd-Akku
Irgendwie ist es bei den meisten von uns noch so im Hinterkopf: Akkus müssen immer komplett entladen werden, bevor man sie wieder auflädt, um die Akkulebenszeit nicht zu mindern. Das diese Vorgehensweise teilweise sogar genau das Gegenteil bewirkt, wissen nur die wenigsten.
Generell geht man davon aus, dass bei einer Entladung von beispielsweise 90% und einer darauf folgenden neuen Ladung der Akku sich die fehlenden 10% merkt und die diese somit nicht mehr nutzen würde.
Diese Annahme ist auch vollkommen richtig. Nur sollte man wissen, dass dies auch nur für bestimmte Akkus zutrifft. Nämlich für die gemeine Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd). Diese Akkus wurden vom Schweden Waldemar Jungner 1899 enwickelt. Dieser Typ von Akku war ziemlich erfolgreich und bis in die 1990er-Jahre im Einsatz. Und genau bei diesem Typ Akku (NiCd) und auch beim Nickel-Metallhydrid (NiMH) treten diese Memory-Effekte auf.
Das Problem bei NiCd- und NiMH-Akkus
Wenn ein Nickel-Cadmium-Akku oder Nickel-Metallhydrid-Akku nicht vollständig entladen wird, bildet sich im Inneren Kristalle, die die Kapazität des Akkus reduzieren. Es kann bei einem erneuten Ladezyklus nicht mehr so viel geladen werden, wie vor der Kristallbildung. Der Akku nimmt also immer weiter ab. Daher war es ratsam, Akkus mit NiCd und NiMH immer vollständig zu entladen, um den Memory-Effekt so weit wie möglich entgegen zu wirken.
Die EU hats verboten
Im Jahre 2004 hat der EU-Ministerrat eine Richtlinie verabschiedet, mit der man die technische Nutzung von Cadmium reduzieren wollte. 2006 wurde dann die Richtlinie abgeändert und demnach wurden Akkus mit mehr als 0,000 2 Gewichtsprozent verboten. 2009 schließlich hat der deutsche Gesetzgeber die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt. Demnach ist dies der Tod der NiCd- bzw. NiMH-Akkus gewesen.
Mit Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus ist es genau anders herum

Li-Ion-Akku
Die Akkus, die heute in Smartphones und Tablets verbaut werden, sind fast ausschließlich Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus. Bei diesen Akkus gibt es keinen Memory-Effekt mehr. Eine vollständige Entladung kann den Akku sogar schaden und die Lebenszeit enorm vermindern.
Wenn ein solcher Akku-Typ zu weit entladen wird, können sich Kupferbrücken bilden. Dies geschieht bei der sogenannten Tiefentladung. Dabei wird der Akku so weit entladen, bis seine Kapazität nahezu erschöpft ist. Wenn die genannten Kupferbrücken durch die Tiefentladung entstehen, können im Akku Kurzschlüsse entstehen und auch den Akku komplett zerstören. In der Regel tritt dies aber nicht auf, da Smartphones und Tablets über eine Notabschaltung verfügen, die eine Tiefentladung verhindern.
Bereits viel früher laden
Es ist bekannt und bestätigt worden, dass das Wiederaufladen von Li-Ion- und LiPo-Akkus bei zu großer Entladung die maximale Anzahl von Ladezyklen verringert. Im Umkehrschluss heißt dies, dass man die meisten Ladezyklen bei einem Akku erreicht, wenn dieser bereits nach einer Entladung von 10% wieder aufgeladen wird.
Es ist also sinnvoll, wenn Li-Ion- und LiPo-Akkus nie Tiefentladen werden, sondern bereits viel früher wieder geladen werden. Und keine Sorge, der immer noch in den Köpfen geisternde Memory-Effekt wird bei diesen Akkus nicht eintreten. Ein vollständiges entladen des Akkus ist also nicht notwenig.
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3. April 2012 um 13:29 Uhr
Gibt es dafür Beweise. Mir sagte man auch im Fachladen immer, den Akku vollständig zu entleeren. Die kennen sich doch auch aus…
3. April 2013 um 16:22 Uhr
Im Fachladen kennen die sich aus… bestimmt nicht. Gut zu wissen, dass man den Akku früh wieder aufladen kann. Früher habe ich immer gelesen, dass man Akkus (NiCd) vollständig entladen soll, aber so ändern sich die Zeiten.
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