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Sundar Pichai: Diese Baustellen muss der neue Android Chef beseitigen

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Vor einigen Tagen ging die Meldung durch die Blogs und Newsseiten, dass Andy Rubin als Chef des Android-Teams bei Google in einen ganz anderen Bereich wechselt und seine Stelle durch Sundar Pichai besetzt wird. Pichai wird auch weiterhin seinen Bereich Google Chrome weiter leiten. Der amerikanische Business Insider hat auch gleich mehrere Baustellen bei Android gefunden, um deren Lösung sie bitten.

Das ein komplettes Ökosystem, das zudem in wenigen Jahren so rasant gewachsen ist, nicht ohne Fehler ist, dürfte schnell einleuchten. Der Business Insider gibt dem neuen Chef Sundar Pichai auch gleich einige Tipps mit auf den Weg, wo ihrer Meinung nach am meisten Handlungsbedarf herrscht[1].

Samsung

Die Präsentation des Samsung Galaxy S4 löste eine Welle der Empörung auf. Nicht nur Frauen beklagten das veraltete Frauenbild, das Samsung auf der Präsentation kreiert hatte. Bei der S4 Präsentation wurden Frauen so dargestellt, dass sie sich für nichts anderes interessieren würden, als für Shopping, Klamotten, Makeup und der Suche nach dem reichen Ehemann, um selber gut versorgt zu sein.

Eine weiterer Aspekt, und darauf zielt Business Insider ab, ist die Marktmacht von Samsung. Das Unternehmen hat es geschafft, Android in den Hintergrund zu drängen und bei den Konsumenten die Marke Galaxy so zu platzieren, dass diese für Android steht.  Kein anderer Hersteller von Smartphones kommt an die Rekordverkaufszahlen heran, die Samsung mit seinen Modellen erzielt. Speziell die Spitzenmodelle Galaxy S2 und S3 sind hier federführend und für den Nachfolger S4 wird es nicht anders sein.

Parallel arbeitet Samsung auch an einem ganz eigenen Betriebssystem namens Tizen. Bereits in diesem Jahr soll ein HighEnd Smartphone auf den Markt kommen, dass dieses neue Betriebssystem benutzen soll. Die Befürchtung: Samsung könnte in Zukunft gar nicht mehr auf Android setzen, sondern stattdessen Tizen einsetzen. Sollte Samsung als Nutzer von Android wegfallen, so wär dies ein harter Schlag für Android und letztendlich auch für Google.

Android vs. Chrome OS

Business Insider nennt beide Systeme und befürchtet, dass die interne Konkurrenz der beiden  Systeme Probleme verursachen könnte. Derzeit ist in diesem Bereich jedenfalls keine Informationen nach außen gedrungen und es dürfte eher unwahrscheinlich sein, dass an dieser Stelle aktuelle oder zukünftig heftige Spannungen auftreten werden.

Erziehung der Nutzer

Eine kaum ernst zu nehmende Forderung. Der Autor bei Business Insider bemängelt, dass Nutzer ihr Android Smartphone kaum nutzen. Seine Mutter benutze ihr HTC One S nur als Pager. Google solle mehr Zeit und Energie in die „Zivilisierung der Massen“ stecken. Es kann nur geraten werden, was der Autor überhaupt damit genau meint. Eine weitere Erklärung bleibt er an dieser Stelle schuldig. Wenn ein Nutzer, wie die Mutter des Autors ein Android-Smartphone als Pager nutzt und sonst weiter keine Funktionen benötigt ist dies vollkommen in Ordnung. Es ist dabei äußerst weltfremd jeden zu einem Pro-User machen zu wollen.

Android soll erste Anlaufstelle für Entwickler werden

Nach Meinung von Business Insider gehen Entwickler von Apps zuerst zu Apple und veröffentlichen ihre App dort. Android ist – wenn überhaupt – nur die zweite Wahl. So ganz stimmt das nicht. Aber, du das hingegen ist noch immer weit verbreitet, herrscht die Meinung vor, dass sich besonders im Bereich der kostenpflichtigen Apps mehr Geld auf iOS machen lässt. Fluch und Segen zugleich ist bei Android, dass jeder mit dem Betriebssystem sein eigenes Süppchen kochen kann. Updates kommen nicht zentral von Google, sondern jeder Gerätehersteller und Provider liefert hier Updates. Dadurch gibt es eine deutlich höhere Fragmentierung bei den Geräten. Ebenso die schiere Masse an unterschiedlichsten Geräten. Da haben es iOS-Entwickler deutlich einfacher. Es gibt aktuell nur drei Modelle (iPhone 4, 4S und iPhone 5), für die Entwickelt werden muss. Das dies deutlich einfacher ist, liegt auf der Hand.

Ebenso dürfen Android-Entwickler frei gestalten, wie ihnen beliebt. Anders bei Apple. Dort macht der Konzern klare Vorschriften, wie eine App auszusehen hat und wie nicht. Google hatte bereits eine Designrichtlinie veröffentlicht, daran halten muss sich aber niemand.

Schneller Updates liefern

Es ist ein altes Lied, das hier gesungen wird. Die Fragmentierung ist tatsächlich ein enormes Problem. Google entwickelt Android und stellt die aktuellste Version den Herstellern von Smartphones und Providern zur Verfügung, damit diese eigene Anpassungen vornehmen können. Bei den Herstellern wird meistens noch eine zusätzliche Oberfläche hinzugefügt. Dies geschieht zum einen deswegen, damit zusätzliche Features eingebaut werden können, zum anderen, und das ist hier entscheidend, ist die Oberfläche mittlerweile das einzige Unterscheidungskriterium zu den anderen Herstellern.

Das Problem ist nun allerdings, dass die Anpassungen und die Fehlersuche sowie Behebung noch einmal deutlich viel Zeit benötigen, bis eine Freigabe erteilt werden kann. Da kommen einige Wochen bis Monate zustande. Bei einigen Modellen, speziell im unteren Preissegment wird ein Update aus Kostengründen erst gar nicht in Erwägung gezogen. Schließlich müssen Programmierer einiges an Zeit investieren, von dem der Hersteller von Gerät XY überhaupt nichts hat.

Eigentlich wollte Google sich durchsetzen, das jeder Hersteller sich freiwillig dazu verpflichtet für jedes Android-Smartphone für mindestens 18 Monate Updates zu liefern. Funktioniert hat dieser lächerlich halbherzige Versuch überhaupt nicht.

Ich hatte es bereits in mehreren Artikel beschrieben, dass ein Ausweg die zentrale Steuerung der Updates direkt von Google kommen sollte. Heißt, dass jedes Android Smartphone mit Updates von Google versorgt wird und die jeweilige Herstelleroberfläche separat aus dem Google Play Store geladen werden sollte. Wenn durch ein aktuelles Update die Oberfläche nicht mehr richtig funktionieren sollte, wird diese automatisch abgeschaltet, bis der Hersteller des Geräts ein entsprechendes Update für die Oberfläche bereitstellt. Doch diese Idee würde am Widerstand der Hersteller scheitern. Sollte so eine Praxis eingeführt werden, würde jeder Hersteller sein letztes Unterscheidungsmerkmal, die individuelle Oberfläche verlieren.

Einziger Ausweg derzeit ist der Wechsel zu den Nexus Modellen, die direkt mit purem Android, ohne zusätzliche Oberfläche von Google versorgt werden. Ein monatelanges Warten auf ein bereits veröffentlichtes Update? Nicht bei den Nexus Modellen.

Generell sollte Google die langsame Updatepolitik der zahlreichen Hersteller in den Griff bekommen. Wie dies tatsächlich zu realisieren ist, dafür gibt es offenbar noch keine Lösung.

Google Hardware

Auch hier hat Business Insider einen Rat für Google. Das Unternehmen solle endlich auch selbst zum Hardware-Hersteller werden. Bisherige Praxis sieht so aus, dass Google sich für ein neues Gerät (Nexus 4, 7 und 10) einen Hardware-Hersteller heraus pickt und mit ihm zusammen ein Gerät plant, entwickelt und letztendlich auch fertigt. Der Business Insider hingegen rät Google dazu alles selbst in die Hand zu nehmen und selbst Geräte zu fertigen, oder es komplett zu lassen. Erstaunlich, dass der Autor hierbei die bisher recht gute Taktik von Google in Kooperation mit anderen Herstellern ein Gerät auf den Markt zu bringen außer Acht lässt.

Fazit

Google muss noch an sehr vielen Ecken und Enden enorme Verbesserungen und Optimierungen leisten. Allgemein lief es bisher ziemlich gut für das Unternehmen und Android hat sich in einem rasanten Tempo entwickelt, konnte Apple bei den Innovationen mittlerweile locker überholen. Ärgerlich für viele Nutzer von Smartphones und Tablet anderer Hersteller ist die teils miese und extrem verzögerte Updatepolitik. Hier muss tatsächlich einiges geschehen, um dies in den Griff zu bekommen.

Die Nutzer hingegen zu „zivilisieren“ führt sicherlich schnell in eine Sackgasse und Google dürfte äußerst falsch beraten sein, wenn sie diesen Rat des Autors befolgen würden.

Ob Google unbedingt alle Hardware-Geräte selbst fertigen sollte, kann man sehen wie man möchte. Das Nexus 4 wäre vermutlich nicht erfolgreicher gewesen, wenn Google selbst produziert hätte, anstatt LG damit zu beauftragen. Google Glass hingegen wird nahezu komplett selbst gefertigt. Kooperationen sind auch keine schlechte Sache. Schenkt man den aktuellen Gerüchten um das Nexus 5 Smartphone glauben, so soll beispielsweise die Kamera und der Sensor von Nikon kommen. Ein absoluter Profi, wenn es um Objektive und Sensoren geht. LG, Samsung und HTC haben alle bereits ein Nexus Gerät für Google produziert. Dabei konnten alle Hersteller auf ihre Erfahrungen in diesem Bereich zurückgreifen, was Google selbst erst einmal erarbeiten müsste. Von daher sind Kooperationen keine schlechten Angelegenheiten.

Spannend wird sein, was Google mit Motorola machen wird. Ob man intern vielleicht bereits alles vorbereitet, damit Motorola zukünftig exklusiv Smartphones und Tablets für die Nexus-Linie liefern wird? Denkbar ist auch, dass Google mit Motorola zusammen eine eigene Linie anbieten wird, die sich in einem abgegrenzten Bereich zu den Nexus-Geräten befinden wird.

Quellen und Verweise

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Quellen und Verweise

Autor: Jens Lehmann

Hallo, ich bin Jens und der Gründer des Freizeichens und betreibe das Blog bereits seit 2010. Ich habe eine Ausbildung zum Bürokaufmann abgeschlossen und seit 2009 bin ich Student der technischen Redaktion und seit 2011 des Informationsmanagement an der Hochschule Hannover. Ihr könnt mich auch bei Twitter, Google+ und Facebook finden.

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