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Digitale Gesundheit

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Wohin bringt uns die Digitalisierung im Gesundheitsbereich?

Wohin bringt uns die Digitalisierung im Gesundheitsbereich?

Die technische Entwicklung ist atemberaubend schnell und immer wieder faszinierend. Noch vor wenigen Jahren war vieles fast undenkbar, was aktuell vollkommen normal ist. Mit dem Smartphone oder Tablet unterwegs im Internet zu surfen, hat vor 10 Jahren mit einem Handy ein halbes Vermögen gekostet. Doch die Entwicklung geht weiter und hält in immer mehr Bereich unseres Lebens Einzug. Der medizinische Sektor ist dabei noch ein fast unberührtes Feld.

Wie sehr uns Smartphones, Tablets und das Internet heute unterstützen, ist bekannt und eine Vielzahl unter euch kann und will darauf nicht mehr verzichten. Ich selber fühle mich ziemlich nackt, wenn ich mein Smartphone nicht dabei habe. Schnell kommt das Gefühl, komplett von meinem als normal empfundenen Leben abgeschnitten zu sein. Meine Termine, Kontakte, News usw. laufen über das Netz. Ohne dieses bin ich aufgeschmissen. Dabei ist ein elektronischer Helfer so wichtig für mich.

Früher, vor Handy und Internet musste ich mir jeden Termin und Kontakt mühsam in ein Notizbuch schreiben. Das ging mir schon damals auf die Nerven, war aber unabdingbar, da ich mir Termine, Telefonnummern und solche Dinge einfach nicht merken kann.

Der medizinische Bereich ist noch ziemlich unangetastet. Pilotprogramme laufen vereinzelt, getan hat sich bisher wenig. Dabei bietet uns das Internet und mobile Geräte die Möglichkeit im Bereich der Telemedizin weiter voranzukommen.

2008 startete Google mit Google Health eine elektronische Patientenakte. Bei diesem Dienst sollten Nutzer ihren allgemeinen Gesundheitszustand, Allergien, Laborergebnisse und aktuelle Medikation eingeben. Dies sollte – so der Plan von Google – bei Notfällen und Artztbesuchen zum Einsatz kommen, damit eine bessere Diagnostik und Behandlung vorgenommen werden konnte. Der Dienst wurde zum 1. Januar 2012 eingestellt.

Nach Deutschland hat es Google Health nie geschafft, sondern blieb ausschließlich in den USA. In Deutschland gab es zu dem Programm von Google kurzweilig eine heftige Diskussion. Die deutschen Datenschutzbestimmungen waren hier die größte Hürde. Denn Zugang zu den Patientendaten waren durch Benutzername und Passwort möglich. Da es sich bei Patientendaten um sehr sensible Daten handelt, reicht ein einfacher Passwortschutz nicht aus. Gefundenes Fressen für Datenschützer war auch der Fakt, dass Google als reguläres Unternehmen nicht unter Aufsicht des US-Datenschutzgesetzes „Health Insurance Portability an Accounttablility Act (HIPAA) stand. Hätte dieses Gesetz gegriffen, wären besonders Gesetze zum Tragen gekommen und Google hätte mit den Patientendaten wenig bis gar nichts machen können.

Und genau hier besteht die Gefahr. Auch wenn es mir nichts ausmacht, dass Google vieles über mich weiß, alles soll das Unternehmen auch nicht wissen. Beispielsweise würde ich nicht wollen, dass Google als normaler amerikanischer Konzern über Operation X oder Behandlung Y weiß und frei mit diesen Daten agieren kann.

Das Google mit seinem Health-Programm gescheitert ist, wird die Digitalisierung nicht aufhalten. Auch nicht in diesem Bereich. Denn die Vorteile liegen auf der Hand. Personen könnten ein Armband tragen, in dem durch NFC Informationen für den Notfall bereit stehen. Oder man blickt noch weiter in die Zukunft. In eine Zeit, in der ein elektronischer Helfer sämtliche Körperfunktionen überwacht. Bei Auffälligkeiten den Träger warnt oder sofort einen Notzarzt ruft. Ein gutes Beispiel ist hier der Herzinfakt oder ein Schlaganfall, den manche Menschen erst gar nicht bemerken und so wichtige Minuten zur wirksamen Behandlung verloren gehen.

Abhängig davon, dass meine Daten sicher gespeichert sind, würde ich mich gerne von einem elektronischen Helfer überwachen lassen. Menschen mit Demenz beispielsweise könnten sich stets erinnern lassen, wann Medikamente eingenommen werden sollte. Oder der elektronische Helfer sagt mir, dass ich Lebensmittel X nicht essen sollte, weil es nicht gut für meinen Stoffwechsel oder hinderlich bei meiner Diät ist. Epileptiker könnten kurz vor einem Anfall gewarnt werden, bevor ein Krampfanfall auftritt. In der Epilepsie können Absencen Anfälle auftreten, die eine kurze Bewusstseinspause hervorrufen, ohne dabei umzufallen, bzw. zu stürzen. Betroffene nehmen diese Bewusstseinspausen teilweise gar nicht wahr.

Aber auch im in der Diagnostik, speziell bei der Anamnese, in der sich der Arzt durch Befragung des Patienten ein Bild von ihm macht, könnte eine stetige Aufzeichnung des Gesundheitszustandes den Arzt helfen, genauere Diagnosen zu stellen und so eine deutlich effektivere Therapie einzuleiten. Falsche Diagnosen und / oder falsche Therapien verursachen unnötige Kosten im Gesundheitswesen, die wiederum an anderer Stelle fehlen.

Mich würde interessieren, wie ihr die Zukunft im Gesundheitswesen seht. Würdet ihr euch beispielsweise ein Armband umlegen, das euren Gesundheitszustand komplett überwacht und von selbst Alarm schlägt, oder gar den Notarzt kontaktiert? Oder würdet ihr so eine komplette Überwachung eures Körpers ablehnen?

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Quellen und Verweise

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Autor: Jens Lehmann

Hallo, ich bin Jens und der Gründer des Freizeichens und betreibe das Blog bereits seit 2010. Ich habe eine Ausbildung zum Bürokaufmann abgeschlossen und seit 2009 bin ich Student der technischen Redaktion und seit 2011 des Informationsmanagement an der Hochschule Hannover. Ihr könnt mich auch bei Twitter, Google+ und Facebook finden.

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