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Google Wallet mit NFC

Mit dem Smartphone und NFC zukünftig bezahlen und noch viel mehr

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NFC ist eigentlich schon ein recht alter Hut. Denn die Near Field Communication wurde bereits vor über 10 Jahren von NXP Semiconductors und Sony entwickelt. Das Ziel war es einen einheitlichen NFC-Protokoll für die kontaktlose Kurzstrecken-Datenübertragung zu entwickeln. Daten können auf einer Distanz von bis zu 4 Zentimetern übertragen werden.

Die Deutsche Bahn hat auf den Fernverkehrsstrecken zwischen Berlin, Frankfurt, Köln und Hannover und im Nah- und Regionalverkehr in Potsdam und Berlin seit 2008 Touch&Travel in der Testphase. Dabei können 2.500 Kunden mit ihrem Handy an einen so genannten Touchpoint gehen und das Handy vor diesem halten, um einen digitalen Fahrausweis zu lösen. Dabei hält man das Handy direkt vor die auf den Bahnsteigen montierten Geräte und Checkt ein. Dabei wird der Abfahrtsort auf dem Handy gespeichert. Verlässt man am Zielort den Bahnhof, hält man das Handy wieder vor das Gerät und Checkt aus. Durch diese beiden Daten und den Mobilfunkzellen, die man bei der Reise durchläuft, wird die Fahrstrecke und der daraus resultierende Fahrpreis ermittelt.

NFC zum Bezahlen

Google treibt das bargeldlose Bezahlen mit dem Smartphone weiter voran. Die Sparkassen haben das Bezahlen mit NFC bereits eingeführt. Seit diesem Jahr kann man mit der Girocard der Sparkasse Beträge bis zu 20 € über NFC bezahlen. Für dieses Jahr tauscht die Sparkasse 16 Millionen von insgesamt 45 Millionen Sparkassenkarten aus.

Natürlich müssen hierbei Einzelhändler und Unternehmen mitmachen, da man sonst eine tolle neue Girocard mit einem integrierten NFC-Chip besitzt, aber mangels Lesegeräten damit nicht schnell bezahlen kann. Einige Pilotprojekte sind im Raum Hannover, Braunschweig und Wolfsburg bereits angelaufen. Bundesweit kann man beispielsweise an Esso-Tankstellen mit NFC bezahlen.

Die Unternehmen sind bereits schon sehr gespannt auf NFC. Denn durch das sehr schnelle Bezahlen, können beispielsweise Automaten sehr schnell benutzt werden. Somit hat man mehr Kunden in kürzerer Zeit. Denkbar sind auch ganze Imbissstände zu automatisieren. So bestellt man sich einen Snack und ein Getränk an einem Terminal und bezahlt quasi im Vorbeigehen. Dadurch könnte man Personal abbauen bzw. sparsamer einsetzen. Kostensenkung bei gleichzeitig höherer Durchlaufzeit von Kunden.

In Asien, speziell Japan ist da schon um einiges weiter. Denn dort nutzen bereits mehrere Millionen Menschen NFC zum schnellen und bequemen Bezahlen. Es ist möglich, in Läden zu bezahlen, aber auch das Taxi ist mit NFC ausgestattet und man kann beim Aussteigen auch hier bequem und schnell bezahlen.

Google Wallet

Die Verwendung von NFC ist bei Android bereits seit der 2.3. (Gingerbread) Version enthalten. Es fehlen nur noch die Geräte. Bisher besitzen nur eine Hand voll Geräte von BlackBerry, Samsung, Google Nexus, Huawei, Nokia, Sagem und Sony einen NFC-Chip. Doch Google hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass man sich immer wieder etwas einfallen lässt. So auch in diesem Fall. Denn auch Smartphones ohne NFC-Chip sollen schnell, einfach und günstig nachgerüstet werden können. Das funktioniert dann über einen kleinen Aufkleber, der den Chip enthält und kann an vielen Stellen des Smartphones angebracht werden.

Google hat Google Wallet bereits fertig. Mit Wallet hat man eine digitale Geldbörse bei sich. Der Dienst steht deutschen Benutzern allerdings noch nicht zur Verfügung. Google ist auch sehr optimistisch, was die Zukunft angeht. Nach eigenen Aussagen sollen bereits 2014 ca. 50 % aller Smartphones mit NFC ausgestattet sein. 2015 sollen weltweit bis zu 670 Milliarden Dollar Umsatz durch die Verwendung von NFC gemacht werden.

Weitere Einsatzgebiete

Nicht nur Bezahlen kann man mit NFC. Die Einsatzmöglichkeiten sind eigentlich nahezu unbegrenzt. So kann man auch das Smartphone als Hausausweis in der Firma benutzen. Einige Firmen verteilen bisher Magnetkarten oder andere Karten an ihre Mitarbeiter, um in das Firmengebäude zu gelangen. Mit NFC kann man die Zugangsberechtigung auf den Chip im Smartphone übertragen. Ebenfalls könnte man den Autoschlüssel durch den NFC-Chip ersetzen.

Gefahren

Eine deutsche Eigenart ist es, auch immer an die Gefahren zu denken. Teilweise wird zuerst nach Gefahren gesucht, anstatt die positiven Aspekte zu definieren. Allerdings darf man die Gefahren und Probleme neuer Technologie nie außer Acht lassen.

Wenn man alles auf das Smartphone bündelt, dann ist es umso schmerzhafter, wenn dieses einmal verloren geht bzw. gestohlen wird. Während die Schlüsselfunktion mit der SIM-PIN-Funktion verbunden ist und beim Ausschalten des Smartphones auch der Chip nicht mehr genutzt werden kann, so ist die SIM-PIN-Funktion nach derzeitigem Stand nicht mit dem Geldbestand gekoppelt. Das heißt, man könnte auch bei einem ausgeschalteten Smartphone weiterhin damit bezahlen.

Das anfänglich erwähnte Projekt Touch&Travel der Deutschen Bahn habt ebenfalls so seine Tücken. Denn durch die permanente Aufzeichnung der Funkzellen bei der Reise und die genauen Daten beim Ein- und Auschecken sind für Ermittlungsbehörden von großem Interesse.

Das geht aber noch weiter. Wenn man praktisch alles mit den NFC-Chips machen kann, also sich Zutritt zur U-Bahn verschaffen, am Flughafen durch die Kontrolle zu kommen, in die Firma kommt, das Auto und die Wohnungstür öffnen und damit bezahlen kann, dann sind wir für Behörden leicht zu durchschauen. Natürlich sieht man dann auch, wann man eingekauft hat im Supermarkt und womöglich auch genau was. Hinzu kommt auch die örtliche und zeitliche exakte Bestimmung. Wer diese Daten bekommt… Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Was haltet ihr von den neuen Möglichkeiten, die sich durch die Nutzung von NFC-Chips ergibt? Was würdet ihr damit gerne nutzen und was eher nicht? Ich bin auf eure Kommentare gespannt.

Quellen

Autor: Jens Lehmann

Hallo, ich bin Jens und der Gründer des Freizeichens und betreibe das Blog bereits seit 2010. Ich habe eine Ausbildung zum Bürokaufmann abgeschlossen und seit 2009 bin ich Student der technischen Redaktion und seit 2011 des Informationsmanagement an der Hochschule Hannover. Ihr könnt mich auch bei Twitter, Google+ und Facebook finden.

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